Wasser - ein Quell der Natur

Wussten Sie, dass fertiges Bier zu 90 Prozent aus Wasser besteht? Daher schmeckt ein Bier auch erst dann so richtig gut, wenn das eingesetzte Brauwasser von bester Qualität und nicht zu „hart“, d.h. salzhaltig ist. Wir stellen an unser Brauwasser höchste Anforderungen. Und leisten damit auch einen aktiven Beitrag zum langfristigen Schutz des Grundwassers im Taubertal.

Wasser ist also ein ganz wichtiger Baustein bei der Bierherstellung. Seine Qualität und Beschaffenheit entscheiden wesentlich darüber, wie das Bier schmeckt. Deshalb muss das Wasser, das in Distelhausen zum Bierbrauen verwendet wird, nicht nur Trinkwasserqualität aufweisen. Es wird in der Brauerei zusätzlich noch enthärtet und entsalzt.

Das Wasser, aus dem die Distelhäuser Biere gebraut werden, kommt nicht aus der öffentlichen Wasserversorgung, sondern aus drei Brunnen, die die Brauerei in den 90er-Jahren in der Tauberaue bohren und erschließen ließ. Die Brunnen sind miteinander verbunden. Um sie herum hat die Brauerei die Grundstücke gekauft oder gepachtet und begrünt, um eine Beeinträchtigung des Grundwassers etwa durch intensive landwirtschaftliche Nutzung auszuschließen.

Hopfen - das grüne Gold

„Hopfen und Malz- Gott erhalt´s“ sagt ein altes Sprichwort. Es erinnert an das Reinheitsgebot von 1516, das auch für die Distelhäuser Brauerei ein ehernes Gesetz ist. Danach dürfen nur vier Zutaten ins Bier: Brauwasser, Malz, Hopfen und Hefe, die im Reinheitsgebot so noch nicht erwähnt wird. ,–. Der Hopfen sorgt dafür, dass das Bier seine feine Bittere und den charakteristischen Geschmack erhält. Das war nicht immer so. In früheren Zeiten mischte man alles Mögliche ins Bier.

Hopfen wurde schon Mitte des 9. Jahrhunderts vor allem von Mönchen zum Bierbrauen verwendet. Aber erst mit dem Reinheitsgebot von 1516 gewann die Pflanze als Bierzutat an Bedeutung.

Jahrhunderte lang pflanzte man Hopfen überall dort, wo man Bier brauen wollte. Und da das Bierbrauen seit dem Mittelalter in ganz Deutschland verbreitet war, wurde auch in allen Regionen Hopfen angebaut. Erst mit der Erfindung der Eisenbahn änderte sich das. Nun entstanden Regionen, die sich ganz dem Hopfenbau verschrieben wie die Hallertau, Tettnang am Bodensee oder das mittelfränkische Spalt.

Von dort (d.h. aus der Hallertau und Tettnang – aus Spalt kommt keiner) kommt der Hopfen auch zur Brauerei ins Taubertal. Zwar wächst Hopfen im Schaugarten der Distelhäuser Brauerei, aber die ca. 150 Stöcke würden gerade mal für sechs Sude reichen.

Das Wachstum der Hopfenrebe beginnt Ende April und endet Anfang Juli. In dieser Zeit wächst eine Hopfenpflanze sieben bis acht Meter hoch, unter günstigen Bedingungen bis zu 30 Zentimeter am Tag. Die Brauer schätzen den Hopfen vor allem wegen seiner Aroma- und Bitterstoffe.

Nur etwa 120 Gramm Hopfen sind für einen Hektoliter Bier nötig- und doch gibt dieser Stoff dem Bier erst die richtige Würze.           

Braugerste - die Seele des Bieres

Aus Gerste hergestelltes Malz ist nach dem Reinheitsgebot von 1516 einer der Hauptrohstoffe im Bier. Er gibt den Bieren ihre typische Geschmacksfülle und Farbe. Die Distelhäuser Brauerei bezieht Braugerste ausschließlich aus der Region.

Im März wird die Saat auf die kargen Muschelkalk- Verwitterungs- Böden ausgebracht, rund 300 Körner pro Quadratmeter. Nach der Düngung werdend die Pflanzen „bestockt“, aus jedem Korn wachsen mehrere Seitentriebe. In den folgenden Wochen schießt die Pflanze in die Höhe, überflüssige Blätter sterben ab. Reif für die Ernte ist die Braugerste wenn das Feld schön gelb ist und raschelt. Die Ähre ist nach unten geknickt und muss so hart sein, dass sie sich nicht mehr mit der Hand drücken lässt.

Die Distelhäuser beziehen ihre Braugerste, etwa 3.500 Tonnen im Jahr, ausschließlich aus der Region. Dieses Getreide liegt zwar vom Preis her höher als die günstigeren Angebote auf dem internationalen Markt, „Aber das ist uns die hohe Qualität der regionalen Braugerste und die Unterstützung der Landwirte aus der Region Main-Tauber wert“, betont Roland Andre, Braumeister und Geschäftsführer der Distelhäuser Brauerei.  

Was man auf den ersten Blick vielleicht nicht vermutet: Der Anbau von Braugerste im Taubertal ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz des Wassers. Die Förderung des heimischen Braugersten-Anbaus ist daher auch als Ziel im Umweltbericht der Distelhäuser festgelegt. Denn für die Bierherstellung werden Malze aus eiweißarmen Gersten bevorzugt. Deshalb kann der Landwirt auf eine intensive Düngung mit Stickstoff und andere Düngemitteln verzichten. Weniger Nitrate und andere, das Grundwasser gefährdende Stoffe, gelangen in den Boden.

 

Dinkel

Rund 100 Dinkelbauern gibt es heute im Main-Tauberkreis, die auf 3000 Hektar Dinkel anbauen. Dazu braucht es einige Erfahrung. Wird Dinkel beispielsweise zu dicht gesät oder zu viel gedüngt, wird er „katholisch“, das heißt, er geht in die Knie, die Halme legen sich um.

Dinkel hat eine weitere Besonderheit: Um das Korn liegt eine feste „Spelz- Hülle“ als natürliche Schutzschicht gegen äußere Umwelteinflüsse und Getreidekrankheiten. Nachteilig ist die zeitintensive und teure Verarbeitung: Um die Körner nach dem Dreschen weiterverarbeiten zu können, müssen sie erst in einen „Gerbgang“ von den fest sitzenden Spelzen befreit werden. Vom geernteten Dinkel bleiben nur rund 65 Prozent als „entspelztes“ Korn übrig. Die übrigen Halme und Spelzen werden als Tierfutter oder Einstreu eingesetzt.
Denn das Urgetreide ist sehr gesund- und das natürlich nicht nur fürs Vieh. Es enthält Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße und Ballaststoffe in idealer Zusammensetzung und wird, anders als etwa Weizen, auch von Allergikern meist gut vertragen.

Im August wird der Dinkel geerntet und zur schonenden Entspelzung in die Getreidemühle gebracht. Von dort tritt das entspelzte Korn die Reise in die regionale Mälzerei an. Und die liefert es zu Dinkelmalz verarbeitet an die Brauerei. Von 30 Tonnen geerntetem Dinkel ist jetzt nur noch die Hälfte als Malz übrig, weil Keimlinge und halbe Körner wegfallen.
In der Brauerei wird der Dinkel dann schließlich zu Bier verarbeitet.

 

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